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CIO Insights 2Q2005
Mit 10 bis 20% des Fondsvermögens liegt unser Liquiditätsbestand auf weiterhin hohem Niveau. Darin spiegelt sich unsere etwas misstrauische Einstellung gegenüber den derzeitigen Kursen auf dem weltweiten Aktienmarkt wider. Das Hauptproblem liegt nach unserer Einschätzung darin, dass die Zinsen in den Wirtschaftsräumen mit harter Währung – hierzu zählen der US-Dollar, der Euro, der japanische Yen und der Schweizer Franken – zu niedrig sind. Daher werden die verschiedensten Märkte für Beteiligungspapiere mit billigem Geld überschwemmt – sei dies für den Markt für Minderheitsbeteiligungen (also das, was man allgemein als «den Aktienmarkt» bezeichnet), Private Equity, den M&A-Markt oder den Markt für notleidende oder sanierungsbedürftige Unternehmen.
Für uns bedeutet dies, dass in der Welt der Aktien derzeit nicht viele Schnäppchen zu haben sind. Relativ günstige Gelegenheiten gibt es natürlich immer, aber das ist nicht die Art von Schnäppchen, die uns vorschwebt. Wir kaufen grundsätzlich kein Papier, nur weil es billiger ist als ein vergleichbares.
Wir suchen nach Anlagen, die absolut gesehen als eigenständiger Vermögenswert preisgünstig sind. In diesem Sinne glauben wir weiterhin, dass die meisten Aktien mit absolut gemessen günstigen Kursen derzeit in «vorgelagerten» Wirtschaftszweigen zu suchen sind, etwa im Bereich Maschinenbau/industrielle Ausrüster und damit verbundenen Dienstleistungen. Hier sind die etablierten Marktteilnehmer am ehesten in der Lage, sich dauerhaft eine schwer angreifbare Marktposition aufzubauen, die durch erhebliche Markteintrittsschranken, hohe Umstiegskosten für Käufer, eine geringe Auswahl an Alternativlösungen und wenig zusätzlichen Bedarf an regulatorischen Eingriffen gekennzeichnet ist. Die meisten dieser Pluspunkte sind dagegen in den zwar bei Anlegern beliebten, aber extrem wettbewerbsintensiven Verbrauchersektoren wie Finanzwesen, Hochtechnologie, Gesundheitswesen und Verbrauchsmassengüter nicht zu finden.
Ein zweiter Bereich mit unserer Meinung nach unverändert attraktiven Chancen sind die weniger bekannten oder beim Anleger in Ungnade gefallenen Unternehmen in Schwellenländern, da die meisten internationalen Investoren hier weiterhin eher volks- als betriebswirtschaftlich orientiert sind. Das bedeutet, dass das Geld üblicherweise in Aktien grosser und bekannter Unternehmen in Schwellenländern fliesst, solange die wirtschaftliche und politische Entwicklung dort günstig ist, um dann bei den ersten Anzeichen eines negativen Trends genauso schnell wieder abgezogen zu werden. Durch dieses kurzfristige Denken konzentriert sich der Markt auf die börsenumsatzstärksten Werte, aber kleinere oder bei den Anlegern nicht besonders beliebte Unternehmen werden dabei vernachlässigt und sind dementsprechend unterbewertet. Die besten Chancen, ein solches «Juwel» zu finden, sind nach wie vor in Indien und Brasilien gegeben – beides Länder, in denen die Durchsetzung des Gesellschaftsrechts sowie die finanzielle Transparenz gleichwertig sind mit den entwickelten Märkten, und deren Industrie auf einem überraschend breiten und tiefen Fundament ruht.
Mit freundlichen Grüssen
Themen & Gedanken
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